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Frachtvertrag: Definition und Beispiele

Durch einen Frachtvertrag verpflichtet sich der Frachtführer, ein Gut zum Bestimmungsort zu befördern und dort an den Empfänger abzuliefern. Der Absender verpflichtet sich zur Zahlung der vereinbarten Fracht. Für gewerbliche Beförderungen gelten in Deutschland insbesondere §§ 407 ff. HGB.

Welche Angaben gehören in den Frachtvertrag?

BereichWichtige AngabeRisiko bei Lücke
ParteienAbsender und Frachtführerunklare Verantwortlichkeit
GutArt, Menge, Gewicht, Gefahrgutfalsches Fahrzeug
RouteÜbernahme- und Ablieferortunklarer Leistungsumfang
TerminZeitfenster und LieferfristStreit über Verspätung
PreisFracht und ZuschlägeNachforderungen
SonderpflichtenVerladung, Sicherung, DokumenteSchnittstellenfehler

Wie kommt der Vertrag zustande?

Der Frachtvertrag ist grundsätzlich formfrei und kann auch elektronisch oder durch übereinstimmendes Handeln geschlossen werden. Ein Angebot sollte so bestimmt sein, dass Leistung und Vergütung erkennbar sind. AGB, ADSp oder individuelle Bedingungen gelten nur, wenn sie wirksam einbezogen wurden.

Ist ein Frachtbrief erforderlich?

Nein, ein Frachtbrief ist nach deutschem HGB nicht generell Wirksamkeitsvoraussetzung. Er dokumentiert jedoch wichtige Sendungsdaten und besitzt Beweisfunktionen. Bei grenzüberschreitendem Straßengüterverkehr ist zusätzlich die CMR zu beachten; fehlende Dokumente lassen den Beförderungsvertrag nicht automatisch entfallen.

Pflichten der Parteien

Der Frachtführer schuldet Beförderung, Obhut und Ablieferung. Der Absender muss insbesondere richtig informieren, gefährliche Güter anzeigen, erforderliche Dokumente bereitstellen und grundsätzlich beförderungssicher laden, soweit nichts anderes folgt. Die Betriebssicherheit des Fahrzeugs bleibt eine eigene Verantwortung.

Haftung und Reklamation

Für Verlust, Beschädigung und Lieferfristüberschreitung gelten gesetzliche Haftungsregeln und Begrenzungen. Bei einem Schaden sollten Vorbehalte, Fotos, Gewichte, Verpackung, Zeitpunkte und Ablieferbelege gesichert werden. Kurze Anzeige- und Verjährungsfristen können gelten.

Häufige Fragen

Ist der Transportauftrag der Frachtvertrag?

Er kann Angebot, Auftragsbestätigung oder Dokument des geschlossenen Vertrags sein; entscheidend ist die Einigung.

Was unterscheidet ihn vom Speditionsvertrag?

Der Frachtvertrag schuldet Beförderung, der Speditionsvertrag grundsätzlich deren Organisation.

Wer ist Vertragspartner des Empfängers?

Der Empfänger ist nicht zwingend Partei, erhält aber nach Ankunft gesetzliche Rechte und möglicherweise Pflichten.

Quelle: Bundesministerium der Justiz – HGB § 407. Fachlicher Prüfstand: 11.08.2026; keine Rechtsberatung.

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