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Dieselzuschlag: Definition und Beispiele

Kurz erklärt

Ein Dieselzuschlag ist eine gesonderte Preiskomponente, mit der Transportdienstleister schwankende Kraftstoffkosten abbilden. Er kann als fester Prozentsatz, Eurobetrag oder indexabhängige Formel vereinbart werden. Eine einheitliche gesetzliche Berechnung gibt es nicht.

Welche Berechnungsmodelle gibt es?

ModellFunktionsweise
fixer Prozentsatzvereinbarter Anteil auf die Nettofracht
fester BetragEuro je Sendung, Strecke oder Gewichtseinheit
StufenmodellZuschlag ändert sich bei definierten Dieselpreisbändern
indexierte Formelaktuelle Preisabweichung wird mit Kostenanteil verrechnet

Ein indexierter Zuschlag wird häufig auch Diesel-Floater genannt. Entscheidend ist nicht die Bezeichnung, sondern die dokumentierte Rechenregel.

Beispiel für eine indexierte Formel

Dieselzuschlag in % = ((aktueller Referenzpreis − Basispreis) / Basispreis) × Dieselanteil × 100

Beispiel: Basispreis 1,60 €/l, aktueller Preis 1,76 €/l, Dieselanteil 30 %. Die Preisänderung beträgt 10 %. Multipliziert mit 30 % Kostenanteil ergibt sich ein Zuschlag von 3 %.

NettofrachtZuschlagDieselbetragGesamt netto
500 €3 %15 €515 €
1.000 €3 %30 €1.030 €
2.500 €3 %75 €2.575 €

Die Zahlen sind Rechenbeispiele und keine aktuellen DAGO-Tarife.

Preisbasis und Referenzindex

Der Vertrag muss bestimmen, welche Datenreihe verwendet wird: Preis mit oder ohne Steuern, Land, Produktart, Veröffentlichungszeitpunkt und möglicher Durchschnitt. Die EU-Kommission veröffentlicht im Weekly Oil Bulletin wöchentlich Kraftstoffpreise für die Mitgliedstaaten. Andere nachvollziehbare Quellen können ebenfalls vereinbart werden.

Was gehört in die Vereinbarung?

  • genaue Indexquelle und Datenreihe
  • Basispreis und Basisdatum
  • angenommener Dieselanteil
  • Aktualisierungsrhythmus
  • Schwellen, Deckel oder Mindestwerte
  • Rundungsregel
  • Bezugsbasis: welche Frachtkosten werden beaufschlagt?
  • Zeitpunkt der Anwendung auf Aufträge oder Leistungsdatum

Ohne diese Angaben lässt sich eine Rechnung kaum reproduzieren.

Dieselzuschlag auf der Rechnung prüfen

  1. Nettofracht ohne fremde Zuschläge bestimmen.
  2. vereinbarten Indexwert zum richtigen Stichtag abrufen.
  3. Basiswert und Differenz berechnen.
  4. Kostenanteil, Schwelle und Rundung anwenden.
  5. Ergebnis mit Rechnungsposition vergleichen.

Maut, Wartezeit, Zollservice oder Hebebühne gehören nicht automatisch zur Basis. Beim Speditionsversand sollte der Zuschlag separat ausgewiesen sein.

Fest oder variabel?

Ein fixer Zuschlag ist leicht zu administrieren, reagiert aber verzögert auf Preisänderungen. Ein Floater ist transparenter, wenn er symmetrisch und mit sauberer Quelle ausgestaltet ist, verursacht jedoch mehr Daten- und Abrechnungsaufwand. Beide Seiten sollten klären, ob sinkende Preise auch zu einer Reduzierung führen.

Häufige Fragen

Ist ein Dieselzuschlag erlaubt?

Er kann vertraglich vereinbart werden. Höhe und Berechnung müssen aus Angebot, Preisblatt oder Vertrag hervorgehen.

Wird Mehrwertsteuer berechnet?

Der Zuschlag ist regelmäßig Teil des Entgelts der Transportleistung; die konkrete steuerliche Behandlung richtet sich nach der Leistung und Rechnungssituation.

Ändert sich der Zuschlag wöchentlich?

Nur wenn der Vertrag das vorsieht. Häufig werden Monatswerte oder Stufenmodelle verwendet.

Fachlicher Prüfstand: 10.08.2026. Mögliche Referenzquelle: EU-Kommission – Weekly Oil Bulletin. Keine Preis- oder Steuerberatung.

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