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Durchlaufzeit: Definition und Beispiele

Die Durchlaufzeit ist die gesamte Zeitspanne, die ein Auftrag, Produkt oder Vorgang vom definierten Start bis zum definierten Ende benötigt. Sie enthält neben aktiver Bearbeitung häufig Transport-, Prüf-, Warte- und Liegezeiten.

Aus welchen Zeiten besteht die Durchlaufzeit?

ZeitartBedeutungBeispiel
Bearbeitungszeitaktive WertschöpfungKommissionieren
RüstzeitArbeitsmittel vorbereitenMaschine umrüsten
TransportzeitObjekt zum nächsten Schritt bewegenPalette ins Versandlager
PrüfzeitQualität oder Vollständigkeit kontrollierenWarenausgangsprüfung
Warte- und Liegezeitkeine Bearbeitung trotz ProzessverbleibAuftrag wartet vor Rampe

Formel und Beispiel

Durchlaufzeit = Endzeitpunkt – Startzeitpunkt. Alternativ werden die einzelnen Zeitarten addiert. Beginnt ein Auftrag Montag um 08:00 Uhr und endet Mittwoch um 14:00 Uhr, beträgt die kalendarische Durchlaufzeit 54 Stunden. Für Arbeitstage oder Betriebszeiten muss die Berechnungsmethode ausdrücklich definiert sein.

Durchlaufzeit und Bearbeitungszeit

Bearbeitungszeit ist nur der aktive Anteil. Ein Auftrag kann 30 Minuten bearbeitet werden, aber zwei Tage im Prozess liegen. Lieferzeit umfasst häufig zusätzlich Beschaffung, Versand oder vertragliche Puffer. Vorlaufzeit bezeichnet je nach Kontext die Zeit vor einem bestimmten Hauptprozess.

Warum ist sie wichtig?

Kurze und stabile Durchlaufzeiten erhöhen Reaktionsfähigkeit, senken Umlaufbestand und machen Termine verlässlicher. Ein niedriger Durchschnitt reicht nicht aus, wenn die Streuung hoch ist. Deshalb sollten Median, Perzentile und Anteil termingerechter Vorgänge betrachtet werden.

Durchlaufzeit verkürzen

  • Warte- und Liegezeiten sichtbar machen
  • Losgrößen und Übergaben reduzieren
  • Engpässe statt Einzelauslastung optimieren
  • Qualitätsfehler früh vermeiden
  • Information und Material synchronisieren
  • Standardabläufe und Prioritätsregeln definieren

Häufige Fragen

Werden Wochenenden mitgerechnet?

Nur wenn die festgelegte Kennzahl kalendarisch rechnet. Die Einheit und der Betriebskalender müssen dokumentiert werden.

Was ist die mittlere Durchlaufzeit?

Der Durchschnitt mehrerer abgeschlossener Vorgänge; Ausreißer und Verteilung sollten zusätzlich ausgewertet werden.

Ist die kürzeste Zeit immer optimal?

Nein. Qualität, Kosten, Sicherheit und realistische Kapazität bleiben gleichwertige Ziele.

Quelle: REFA – Durchlaufzeit. Fachlicher Prüfstand: 11.08.2026.

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