Was ist Opportunitätskosten?
Verglichen wird die gewählte Option mit der besten realistisch verfügbaren Alternative. Relevant ist nur der entgangene Vorteil dieser Alternative, nicht die Summe aller verworfenen Möglichkeiten.
Arten und Merkmale im Überblick
| Variante oder Aspekt | Bedeutung |
|---|---|
| Hoher Lagerbestand | Gebundenes Kapital könnte anderweitig eingesetzt werden |
| Eigener Lkw | Kapazität steht nicht für lukrativeren Auftrag bereit |
| Belegte Lagerfläche | Alternative Nutzung oder Vermietung entfällt |
| Lange Wartezeit | Fahrzeug und Personal fehlen an anderer Stelle |
Wie funktioniert der Ablauf in der Praxis?
Beispiel: Eine Fläche erzielt mit Auftrag A 8.000 Euro Deckungsbeitrag und mit Auftrag B 10.500 Euro. Wird A gewählt, beträgt der entgangene Deckungsbeitrag gegenüber der besten Alternative 2.500 Euro. Bereits angefallene Kosten bleiben außen vor.
Was ist bei Auswahl und Planung wichtig?
Opportunitätskosten helfen bei Make-or-buy, Bestands-, Kapazitäts- und Priorisierungsentscheidungen. Schätzungen sollten transparent sein, weil Alternativen, Risiken und Zeithorizonte das Ergebnis beeinflussen. Sie ersetzen keine Liquiditäts- oder Vollkostenrechnung.
Einordnung in Transport und Logistik
Der Begriff steht in engem Zusammenhang mit Lagergröße. Für eine belastbare Entscheidung müssen Auftrag, Ware, Strecke, Zeitfenster und Verantwortlichkeiten gemeinsam betrachtet werden.
Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon – Opportunitätskosten.
Häufige Fragen zu Opportunitätskosten
Sind Opportunitätskosten echte Ausgaben?
Meist nicht als Zahlung. Sie bilden den entgangenen Nutzen der besten nicht gewählten Alternative ab.
Können sie negativ sein?
In der üblichen Entscheidungslogik werden sie als entgangener positiver Vorteil ausgewiesen; Verluste und Risiken sind separat zu betrachten.
Warum sind sie in der Logistik wichtig?
Weil Fläche, Bestand, Fahrzeuge und Zeit knapp sind und jede Nutzung andere Möglichkeiten ausschließt.