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Diesel Floater: Definition und Beispiele

Kurz erklärt

Ein Diesel-Floater ist eine variable Preiskomponente im Transportvertrag. Sie passt die Frachtkosten an die Entwicklung eines vereinbarten Dieselpreisindexes an. Steigt der Referenzpreis gegenüber dem Basiswert, erhöht sich der Zuschlag; sinkt er, kann sich die Komponente entsprechend reduzieren.

Welche Werte müssen vereinbart sein?

VertragswertBeispiel
ReferenzquelleEU Weekly Oil Bulletin, Diesel Deutschland
Basispreis1,60 €/Liter
aktueller Indexpreis1,76 €/Liter
Dieselanteil an den Frachtkosten30 %
Aktualisierungmonatlich
Rundung/Schwellevertraglich festgelegt

Ohne Referenzquelle, Basiszeitpunkt, Steuerstand, Rhythmus und Rechenregel ist ein „Diesel-Floater“ nicht eindeutig. Die EU-Kommission veröffentlicht im Weekly Oil Bulletin wöchentliche Verbraucherpreise mit und ohne Steuern für die Mitgliedstaaten. Vertragspartner müssen festlegen, welche Datenreihe verwendet wird.

Formel

Eine verbreitete, aber nicht universelle Logik lautet:

Diesel-Floater in % = ((aktueller Dieselpreis − Basispreis) / Basispreis) × Dieselanteil × 100

Der so berechnete Prozentsatz wird auf die vereinbarte Nettofracht angewendet. Manche Verträge nutzen Stufen, feste Cent-Bänder oder eine andere Kostenquote. Maßgeblich ist ausschließlich die vereinbarte Formel.

Drei Rechenbeispiele

Annahmen: Basispreis 1,60 €/l, Dieselanteil 30 %, Nettofracht 1.000 €.

Aktueller PreisPreisänderungFloaterBetrag
1,76 €/l+10 %+3,0 %+30 €
1,60 €/l0 %0,0 %0 €
1,44 €/l−10 %−3,0 %−30 €

Rechnung im ersten Beispiel: (1,76 − 1,60) / 1,60 × 0,30 = 0,03, also 3 %. Bei 1.000 € Nettofracht ergeben sich 30 €.

Diesel-Floater und Dieselzuschlag

Diesel-FloaterFester Dieselzuschlag
verändert sich nach Index/Formelbleibt bis zur Änderung konstant
kann steigen und sinkenwird häufig als fixer Prozent- oder Eurobetrag ausgewiesen
benötigt Basis- und Referenzwertbenötigt klare Höhe und Bezugsbasis
bildet Preisbewegungen systematisch abist administrativ einfacher

In der Praxis wird auch ein indexierter Zuschlag häufig kurz Dieselzuschlag genannt. Die Bezeichnung allein verrät die Berechnung nicht.

Aktualisierungsrhythmus

Wöchentliche Anpassungen reagieren schnell, verursachen aber hohen Abrechnungsaufwand. Monatliche oder quartalsweise Werte glätten Schwankungen. Der Vertrag sollte bestimmen, welcher Veröffentlichungszeitpunkt gilt, ob ein Monatsmittel verwendet wird und ab wann der neue Wert auf Transporte angewendet wird.

Transparente Abrechnung prüfen

  • dieselbe Indexquelle wie im Vertrag?
  • Preis mit oder ohne Steuern korrekt verwendet?
  • Basiswert und Dieselanteil unverändert?
  • Stichtag oder Durchschnitt richtig gewählt?
  • Schwellen und Rundung berücksichtigt?
  • Prozentsatz auf die richtige Frachtkosten-Basis angewendet?

Häufige Fragen

Ist der Diesel-Floater gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Er ist eine vertragliche Preisregel. Ausgestaltung und Abrechnung müssen vereinbart werden.

Kann der Floater negativ sein?

Das hängt vom Vertrag ab. Eine symmetrische Formel kann bei sinkenden Preisen zu einer Gutschrift führen; manche Modelle begrenzen die Absenkung.

Gilt der Floater für die gesamte Rechnung?

Üblicherweise nur für die definierte Frachtbasis, nicht automatisch für Maut, Wartezeit oder andere Zusatzleistungen.

Beim Speditionsversand sollte die Komponente im Angebot getrennt und mit Datenstand ausgewiesen sein.

Fachlicher Prüfstand: 10.08.2026. Datenquelle als mögliches Vertragsreferenzmodell: EU-Kommission – Weekly Oil Bulletin. Die Beispiele sind Rechenmodelle, keine aktuellen DAGO-Tarife.

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